Jugend und Demokratie

Europapolitische Workshops für Jugendliche in Lichtenberg

Ausgehend von der U18 Europa-Wahl fanden vom Frühjahr bis Herbst 2019 in vier Jugendfreizeiteinrichtungen in Berlin Lichtenberg europa-politische Workshops statt.

Viele Jugendliche haben keine Idee davon, wie ihr Leben mit der Europäischen Union verbunden ist, wie sie funktioniert und was es mit der Europäischen Integration auf sich hat. Jugendliche sind nicht nur desinteressiert an klassischen politischen Beteiligungsformen, sondern sind auch immer häufiger mit verfassungs- und menschenfeindlichen Akteuren konfrontiert.

Das Jugend-Projekt machte Europa und die EU ganz besonders für (bildungs-)benachteiligte Jugendliche erfahrbar und stärkte ihr politisches Selbstkonzept, indem es lebensweltliche Bezüge schaffte und interessengeleitet Themen setzte.

Nach einer Vorlaufzeit, in der das Konzept entwickelt wurde, ging der direkte Einsatz in den Freizeiteinrichtungen los. Da die Teilnehmer*innen freiwillig an dem Format teilnehmen sollten, wurden außerschulische Einrichtungen ausgewählt. Es wurde sich für Berlin Lichtenberg aufgrund seiner sozio-ökonomischen Lage innerhalb Berlins entschieden. In Lichtenberg sind viele Menschen von Armut betroffen, es gibt viel Zustimmung für die AfD und auf der anderen Seite sind viele Menschen dort von Rassismus betroffen.

 

Auf die Workshops in den Einrichtungen folgte immer azyklisch eine Teamsitzung mit den Workshopleiter*innen und assoziierten Vereinsmitgliedern. Ziel war die ständige Weiterentwicklung von Ideen, wie die Zielgruppe für Europapolitik begeistert werden kann. Besucht wurden auch Netzwerktreffen und Veranstaltungen in anderen Jugendfreizeiteinrichtungen, um ein besseres Bild von der Zielgruppe und Angeboten im Bezirk zu bekommen.
Die leitende Frage dabei war: Wie kann ein Zugang zu (europa-)politischen Inhalten für eine diverse, konzentrationsschwache, meist bildungsaversive Zielgruppe gefunden werden?

Entwickelt wurden die Inhalte und Didaktik eng an den Erfahrungen mit der Zielgruppe. Strategisch wurden dafür Reflexionsbögen eingesetzt und Feedback von den jungen Teilnehmer*innen erfragt und festgehalten. So sollte eine Partizipation von Teilnehmer*innen an dem Projekt ermöglicht werden. Die Methoden hatten einen modularen, kleinschrittigen und handlungsorientierten Charakter. Für das Projekt entwickelte Materialien waren bildintensiv und textarm.
Herausforderungen waren eine ständig wechselnde Zielgruppe und die fehlende Beziehung zu den Jugendlichen. Dennoch hatten alle Beteiligten viel Spaß an den Workshops, was für uns ein wichtiges Kriterium war; schließlich sollten negativen Erfahrungen aus der Schule positive Bildungserfahrungen entgegengesetzt werden.

Gut angenommen wurden beispielswese ein Video-Quiz mit europäischen Rapper*innen, viele kurze, bewegungsintensive Schnitzeljagden oder auch interaktive, digitale Formate. Am wertvollsten erwiesen sich jedoch die informellen Gespräche über Europa und Politik nach den Workshops in losen Kleingruppen. Über die gemachte Erfahrung ins Gespräch zu kommen ermöglichte Inhalte mit den Teilnehmer*innen zu vertiefen.

Aus dem Projekt sollte ein Planspiel entstehen, welches mit Hilfe einer App in der (außer-)schulischen Bildung eingesetzt werden kann. Restriktionen in Zusammenhang mit Covid19 verhinderten das weitere Vorgehen jedoch.

 

Wir sind dankbar mit den Jugendlichen in den Einrichtungen gearbeitet zu haben und hoffen das Projekt fortsetzen zu können.

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