Gesellschaftsdenken e.V.

Wann hast Du das letzte Mal mit einer dir unbekannten Person gesprochen? Vielleicht im Zug oder im Supermarkt? Über was habt ihr geredet?

“Was ist Ihnen wichtig?”

Diese Frage haben wir über die Jahre tausenden von Menschen gestellt – auf der Straße oder an der Haustür. Manche Menschen reden einfach drauf los, manche fragen, wer wir seien und andere gehen weiter. Viele Menschen sind überrascht, dass wir nichts verkaufen wollen, sondern einfach zuhören.

Erleichterung

Am Ende eines solchen Gesprächs spüren unsere Gesprächspartner*innen nicht selten Erleichterung. Erleichterung darüber, gehört zu werden. Erleichterung darüber, dass ihre Ängste und Sorgen von anderen geteilt werden oder darüber, dass sie verstanden werden können – auch von Personen, die diese Sorgen oder Ängste nicht teilen.

Was wir daraus gelernt haben? 

Wir alle teilen das Bedürfnis nach Zugehörigkeit und den Wunsch, gehört zu werden. Diese Bedürfnisse sind so stark, dass Menschen sich im Zweifel jeder Gruppe zuwenden werden, die ihnen Zugehörigkeit verspricht. Wann immer wir auf eine Meinung – so problematisch sie auch sein mag – mit Beschämung oder Herabwürdigung reagieren, verlieren wir schnell das Vertrauen unseres Gegenübers.

Vertrauen bei einem spontanen Gespräch? 

Wie schafft man spontan einen Raum, in dem Vertrauen aufgebaut werden kann? Wir versuchen es mit einer Haltung von aufrichtiger Neugier. Wir signalisieren Interesse an dem, was unserem Gegenüber wichtig ist.
Das bedeutet nicht, dass wir unseren Gesprächspartner*innen in allem, was sie sagen zustimmen. Vertrauen entsteht, wenn sich unser Gegenüber ernst genommen und verstanden fühlt – insbesondere, wenn wir nicht einverstanden sind. Wir nehmen das Erleben der Menschen ernst, auch wenn wir ihren Meinungen widersprechen. Diese Haltung ermöglicht, dass Vertrauen wachsen kann.

Endlich raus aus der eigenen Blase 

Wie oft nutzt Du die Gelegenheit mit Menschen zu reden, die ganz anders ticken als Du? Was treibt diese Menschen an und warum denken wir so unterschiedlich? Erst in persönlichen Begegnungen können wir gegenseitige Vorbehalte überprüfen und einen Perspektivwechsel für alle Seiten ausprobieren.

Der erste Schritt: Zuhören

Zuhören, wenn es schwerfällt und Verständnis entwickeln, ohne einverstanden zu sein – das ist der erste Schritt, um gesellschaftliche Konflikte zu bewältigen. Im Gespräch mit Bekannten, auf Social-Media und auf der großen politischen Bühne wird dieser Schritt leider häufig vergessen. Anstatt die Lebensrealitäten anderer anzuerkennen und zuzuhören, greifen wir die Argumente der Gegenseite an und verteidigen unsere eigene Weltsicht.

Neugier

Wir glauben, dass wir mit Begegnungen Vorurteile herausfordern können. Dass wir die Erzählung von einem “Wir gegen die anderen” abbauen können. Dazu braucht es den Impuls, auf die Menschen und Gruppen zuzugehen, mit denen wir sonst eigentlich lieber nicht reden würden.
Woher kommt dieser Impuls? Neugier ist ein wichtiger Antrieb für diesen Schritt nach vorn.

Wir laden dazu ein, unsere Urteile einen Moment beiseite zulegen und mit Freude am Erkunden die Lebenswelten anderer Menschen kennenzulernen. Wir kitzeln die Neugier auf das Unbekannte und Unverstandene heraus und schaffen Gelegenheiten für Begegnung.

Hast du Lust, mitzumachen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, von Gesprächen auf den Straßen führen, bis hin zur Organisation von Begegnungsprojekten. Schreib uns eine Mail an hallo@gesellschaftsdenken.org oder eine DM auf Instagram @gesellschaftsdenken

Gesellschaftsdenken e.V.

Dresdner Straße 82
04317 Leipzig