2019Multiplikatoren

Multiplikator*innen Gesprächsworkshop

Multiplikator*innen: Gesprächsworkshop bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in Dresden, 22.-24.02-2019

Multiplikator*innen: Gesprächsworkshop bei der Friedrich-Ebert-Stiftung in
Dresden, 22.-24.02-2019
Ende Februar waren wir bei einem Seminar der Friedrich-Ebert-Stiftung in
Dresden eingeladen, um dort mit 25 Stipendiat*innen einen Tag lang unsere
Gesprächsmethode zu erarbeiten und anschließend in der Dresdner Innenstadt
mit Bürgern und Bürgerinnen ins Gespräch zu kommen. Wir leiteten den
Workshop zu zweit an, in enger Absprache mit den Organisator*innen des
Seminars. Dessen Titel lautete „Im Osten nichts als Nazis?!“ und die
Teilnehmenden befassten sich vier Tage mit Themen wie der DDR, dem
Mauerfall, der politischen Lage in den neuen Bundesländern und Ungleichheiten
zwischen „Ost“ und „West“.
Ziel unseres Workshops war es daher, die theoretisch diskutierten Themen mit
den Gesprächen auf der Straße abzugleichen. Die Teilnehmer*innen wurden
darauf vorbereitet, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die in den neuen
Bundesländern leben, aufgewachsen sind oder die Wende miterlebt haben.
Am Vormittag erarbeiteten wir gemeinsam den Einstieg in ein Straßengespräch,
die Überleitung hin zu politischen Themenfeldern, die die Teilnehmenden
interessierten, und abschließend einen angenehmen Gesprächsabschluss. So
konnten wir einen Beitrag zu direktem Austausch leisten und ermöglichen, dass
Erfahrungswerte wirklich von den Teilnehmenden gesammelt werden konnten. Im
Vorgespräch versuchten wir den Teilnehmenden ihre Ängste und Befürchtungen
zu nehmen und wiesen auch auf Strategien und Methoden hin, die Gespräche zu
moderieren und sachlich neutral zu bleiben.
Nach dem Mittagessen machten wir uns nach einem letzten Check-Up auf in die
Dresdner Innenstadt und starteten dort unseren Gesprächseinsatz. Wir waren
positiv davon überrascht, dass alle Teilnehmenden schnell auf Passanten
zugingen, dabei ihre Hemmschwelle überwanden und sich in Gespräche
vertieften. Im Vorfeld gab es Befürchtungen wegen rassistischer Erfahrungen
oder Ablehnung, die sich glücklicherweise nicht bestätigten. Einige
Teilnehmenden führten lange oder intensive Gespräche mit Menschen, die auch
wirklich inhaltlich die Themen des Workshops abdeckten. So konnten wir einen
schönen Beitrag zur Abrundung des Workshops leisten und hoffentlich ein paar
mehr Menschen ermutigen, auch in Zukunft mit ihren Mitmenschen über
politische Themen zu diskutieren und so Vorurteile abzubauen. Wir bekamen den
Eindruck, dass die Teilnehmenden durch den Tag echte Erfahrungswerte
sammeln konnten.
Die Teilnehmenden meldeten uns zurück, dass sie vom Workshop Erkenntnisse
zum Lebensalltag verschiedener Alltagsgruppen mitnahmen, in den Gesprächen
Infos über Rente, Politik, Ost-West-Thematiken bekamen und "zahlreiche lustige
Anekdoten" erzählen konnten. Methodisch gefiel ihnen unsere "Moderier-
Fähigkeit", sie nahmen von uns neue Möglichkeiten zur Animation von
Seminarteilnehmer*innen mit und fanden die Begleitung ihrer Zweifel
hilfreich.

Bericht: Leonie Droth

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