Zuerst die Karte in offizieller Schönschreibschrift vom Bundespräsidenten. Dann die Einladung, den jungen Visionäre auf der Z2X von unserer Arbeit zu erzählen, und wenig später auch noch die Unconference #MCT18 – kryptische Namen, die für großartige Konferenz-Konzepte vom ZEIT-Medienhaus stehen. Aber der Reihe nach.

Am 07. September waren unsere Sprecher*innen Annalena und Quân auf dem Bürgerfest vom Bundespräsidenten zu Gast. Dorthin lädt Frank-Walter Steinmeier Personen ein, „die mit ihrem herausragenden ehrenamtlichen Engagement zu einer lebendigen Bürgergesellschaft beitragen“ [1]. Getroffen haben die beiden deshalb Ali Can, Begründer der Hotline für besorgte Bürger und des #MeTwo Hashtags, der für eine mit Deutschland und einem anderen Land verbundene Identität steht. Und sie haben ein Selfie mit Michael Kretschmer gemacht. Der Ministerpräsidenten von Sachsen wirkt eine Woche nach den Ausschreitungen in Chemnitz am 01. September noch ein wenig mitgenommen. Ähnlich ist es uns Demokrat*innen seit den Vorfällen und den politischen Nachwirkungen gegangen. In Chemnitz hielt Aktivist Ali Can auf der #WirSindMehr-Demo übrigens noch eine tolle Rede auf das Grundgesetz [2]. Genauso wollen wir unsere Stimme nutzen, um weiterzumachen. Zunächst im Einsatz vor der Landtagswahl in Bayern (siehe Beitrag), aber sicherlich mit noch mehr Überzeugung als bisher.

Auf der Z2X-Konferenz am Tag danach, organisiert von der ZEIT, trafen Lucia, Hans und Maithu viele junge Engagierte. Die vom „Frühstücksbus“ laden zu Gesprächen bei Kaffee und Brötchen ein, andere fördern gendergerechte Sprache oder bauen ein solarbetriebes Rennauto. In einer „Frag-mich-alles“-Runde haben sie viele überzeugen können, und Projekt Denkende Gesellschaft kam untern die zehn besten Ideen des Z2X. Der Laudator Enno Eidens von ZEIT ONLINE sagte: „Ich finde, dieses Projekt sollte gefördert werden, weil es auf konkrete und zugängliche Art und Weise den Diskurs stärkt“ [3]. Gewonnen hat die Abstimmung für das beste Projekt dann die Purpose Stiftung, die sinnstiftendes Unternehmertum fördert. Lucia, Hans und Maithu konnten richtig viele von Euch überzeugen, bei uns mitzumachen! Ihr seid der eigentliche Gewinn, mit der wir aus der Konferenz gegangen sind.

Die nächste ZEIT-Konferenz folgte sogleich, während in Nürnberg unsere Mitglieder auf der Straße standen und an Haustüren klingelten. Am 23. September, um 15 Uhr, trafen sich mehr als 8.000 Menschen mit kontroversen Meinungen für ein politisches Zweiergespräch [4]. Sie hatten sich vorher bei der Aktion „Deutschland spricht“ angemeldet, die 2017 zum ersten Mal von der ZEIT initiiert wurde. Jetzt wird die Plattform „My Country Talks“ international, und Medienhäuser in der Schweiz, Norwegen oder Italien haben das Programm übernommen [5]. Wir durften beim Begleitprogramm und der „My Country Talks“-Unconference in Berlin teilnehmen. Zwei Workshops mit Wissenschaftler*innen, Journalist*innen und Vertreter*innen aus zivilgesellschaftlichen Organisationen haben uns inspiriert, aber auch die großen Probleme unserer Zeit aufgezeigt, auf die wir keine einfachen Antworten haben. Die Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war demensprechend besorgt, denn aus „Haar-Rissen“ in der Gesellschaft seien Gräben geworden. Steinmeier sagte, „dass das moralische Immunsystem unserer Gesellschaft hoch überlastet erodieren muss“ – es sei denn, wir werden aktiv, hören einander zu und verteidigen den Rechtsstaat. Sasha Lobo sprach von einer roten Linie als Bedingung für „Deutschland spricht, mit allen außer Nazis“. Harald Martenstein änderte daraufhin seinen ursprünglichen Redebeitrag und sagte, man müsse den Hassenden zeigen, dass sie trotz allem kein Dreck sind, und von der eigenen Selbstgerechtigkeit Abschied nehmen. Martenstein: „Wer Mitmenschen nicht als Mitmenschen erkennt, ist immer gefährlich“. Übereinstimmend waren jedoch alle Sprecher*innen überzeugt, dass dieses Format notwendig und sinnstiftend ist.

Am Freitag, 28.09.18 richten wir mit unserem Kooperationspartner United Nations Society Nürnberg e.V. [6], die uns in der Organisation und der Finanzierung der Räumlichkeiten unterstützen, eine offene Podiumsdiskussion aus. Dort können Bürger*innen ihre Fragen an die anwesenden Politiker*innen stellen. Wir freuen uns sehr, dass Kandidat*innen aller großen, zur Wahl stehenden Parteien zugesagt haben! Angemeldet sind:

CSU: Jochen Kohler

Linke: Debora Pihan

Freie Wähler: Alexander Schenkel – angefragt, noch keine Rückmeldung

Grüne: Verena Osgyan

AfD: Matthias Vogler

FDP: Ümit Sormaz

SPD: Viktor Storgies (Bezirkstagskandidat, Vertretung für Stefan Schuster)

Zusammenfassung folgt.

[1] http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/01/180125-Buergerfest.html

[2] https://www.facebook.com/alicanoffiziell/videos/706379886382041/

[3] https://z2x.zeit.de/2018/09/01/unser-z2x18-liveblog/

[4] https://www.zeit.de/index

[5] https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-09/deutschland-spricht-frank-walter-steinmeier-sascha-lobo-harald-martenstein-mely-kiyak/seite-2

[6] https://unsn.de/

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