Vom 01. – 10. September 2017 waren wir mit über 40 MitmacherInnen im Wahlkreis Anhalt (71) unterwegs und haben dort Grundsatzgespräche über Werte und Politik geführt. Ziel unserer Gespräche war und ist es, den Zusammenhang von Alltag und Politik und der eigenen demokratischen Stimme hervorzuheben.

Dies ist der zweite Teil unseres Berichts, der unsere Erfahrungen und Erlebnisse vor Ort und unsere Eindrücke von unseren GesprächspartnerInnen zusammenfasst. Vielen Dank fürs Lesen!

 

Unsere Gesprächsmethode

Unsere Gesprächsmethode beruht auf der Frage, welche Werte den Menschen im Alltag wichtig sind. Auf diesen direkten und persönlichen Einstieg folgt die Überleitung, wie demokratisches Engagement das, was uns wichtig ist, fördern kann. Mit der Verknüpfung von Persönlichem und Politik schaffen wir einen Rahmen, in dem wir uns offen austauschen können. Diese Methode haben wir an der Haustür und auf der Straße angewandt.

Insgesamt bewerten unsere MitmacherInnen die Gesprächsmethode als effektiv. Allerdings gibt es Kritik an den Gesprächen an der Haustür. Der Großteil fühlt sich wohler und führt bessere Gespräche, wenn diese auf der Straße oder auf dem Marktplatz stattfinden.

 

Was ist ein erfolgreiches Gespräch?

Die meisten Gespräche waren in ihrem Verlauf oder den Besonderheiten unserer GesprächspartnerInnen einzigartig. Dennoch ergeben sich übergreifend Merkmale eines “guten” Gespräches. Sowohl das – im Idealfall beidseitige – Interesse der Gesprächspartnerinnen, als auch ein Perspektivwechsel im Gespräch sind für uns alle wichtige Kriterien. Wir haben unsere MitmacherInnen gefragt: “Was macht ein erfolgreiches Gespräch aus?“

 

Herausforderungen und Erfolge in Gesprächen

Jeden Einsatztag haben wir mit einer gemeinsamen Reflexionsrunde beschlossen. Dabei wurden Erlebnisse ausgetauscht, für Probleme Lösungsansätze ausgearbeitet und Erfolge gefeiert. Im Nachhinein haben wir nach den wichtigsten Erfolgen und Herausforderungen gefragt.

Unsere Erfahrungen vor Ort

Verwahrloste Städte, eine kränkelnde Wirtschaft und die jungen Menschen verlassen das Bundesland in Scharen. Politisches Engagement heißt hier: Vernetzung organisierter rechtsextremer Gruppierungen.

Oder?

Nach dem Einsatz haben alle MitmacherInnen mehrheitlich bestätigt, ihr Bild von Sachsen-Anhalt sei vielfältiger geworden. Die MitmacherInnen geben an, folgende neue Perspektiven auf das Bundesland zu haben:

  • Ein besseres Verständnis für die AnwohnerInnen
  • Weniger Begegnungen mit Rechtsextremismus als erwartet
  • Die Beobachtung größerer politischer Vielfalt
  • Ein Landschafts- und Städtebild im Spannungsfeld zwischen sorgfältiger Pflege und Leerstand

 

Werte unserer GesprächspartnerInnen

Rückblickend haben die Teilnehmenden die Werte genannt, die im Gespräch am häufigsten angesprochen wurden. Die drei meistgenannten Werte sind Sicherheit, Gerechtigkeit und Zusammenhalt.

 

 

Unterschiede zwischen Jung und Alt

Während unseres Einsatzes haben wir uns gefragt, welche Faktoren mitbestimmen, welche Werte für die einzelnen Menschen wichtig sind. Besonders fiel uns dabei auch das Alter auf.

Unsere MitmacherInnen berichten, dass sich junge Menschen am häufigsten mit den folgenden Themen auseinandersetzen:

  • Arbeit und Einkommen
  • Freunde und Familie

Ältere Menschen hingegen legten in unserer Wahrnehmung häufiger Wert auf die Themen

  • Rente
  • Gesundheit
  • Migration

“Älteren Menschen war die Altersvorsorge wichtig, jüngeren Menschen eher die Infrastruktur für Familien.”

“Ich glaube, es waren eigentlich immer Familie, soziale Absicherung, öffentliche Sicherheit. Zwischen alt und jung äußern die sich dann unterschiedlich, zum Beispiel Rente vs. Kindergeld, Arbeitslosengeld; Ausländer nehmen uns die Sozialleistungen weg, für die wir bezahlt haben vs. nehmen uns die Arbeitsplätze und die Sozialleistungen weg, …”

 

Sorgen und Probleme

In unseren Gesprächen wurden viele Probleme aufgezeigt. Rückblickend haben wir Themen gesammelt, die am häufigsten genannt wurden.

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